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Rendez-vous in Paris

2., 3., 4., Gang… Drehzahl kurz vor dem Begrenzer, Kurve, runterschalten… der Sound eines Ferrari 275 GTB. Wer die ersten Sekunden in Claude Lelouch´s Kurzfilm sieht, reibt sich die Augen – denn der Zuschauer befindet sich nicht etwa auf der Rennstrecke in Le Mans sondern mitten in Paris an einem Sonntagmorgen im August 1976. Was cineastisch unter „C'était un rendez-vous“ (dt: Es war eine Verabredung) weltruhm unter Benzinjüngern erreichte, war eine Höllenfahrt durch Paris, die selbst Steve McQueen in Bullit aussehen lässt, wie einen Fahranfänger. In 7 Minuten und 52 Sekunden fliegt der Pilot mit 110 km/h über den Champs Elysee und wird von einer, die letzten Stufen aufsteigenden jungen Frau, vor der Kirche Sacré Coeur freudestrahlend empfangen. Allein beim Zuschauen sucht man den Anschnallgurt…

 

Auf der 45. Ausgabe der Retro Mobile Paris sollten sich die Synapsen des Besuchers mindestens ebenso gut anschnallen. Denn was diese Oldtimermesse bietet lässt den Pulsschlag in die Höhe schnellen. Ist man erst mittendrin, fällt es einem schwer sich zu konzentrieren – Aston Martin DB4 GT Zagato hier, Ferrari 275 GTB dort, Lancia Stratos, Facel Vega, Delahaye, Bizzarini, McLaren, Shelby, Bugatti EB 110, Williams und Ferrari Formel I und über zehn Lamborghini Miura, scheinbar in jeder jemals produzierten Farbe. Das Gehirn meldet Reizüberflutung und der Blick geht auf den Kalender, suchend nach einer Möglichkeit den Besuch in Paris von einem auf drei Tage auszudehnen.

 

Ein Tag allein ginge für die unfassbare Alfa Sammlung des Schweizer Händlers Lukas Hüni drauf. Zu 110 Jahre Alfa Romeo, hatte dieser sich etwas besonderes einfallen lassen und 20 Fahrzeuge der Mailänder Marke ausgestellt. Vom Alfa P3 von 1932 über diverse 8C ob Monza oder 2300 über den Alfa Romeo SF48 Bimotore von 1935 der, wie der Name sagt einen Motor vorn und einen hinten besitzt, bis hin zu Nachkriegspräziosen wie dem Alfa Romeo 2000 Sportiva Prototipo von 1954 oder einem stürmischen Rennwagen wie dem Alfa Romeo 33 T3 von 1974. Ein Espresso dazu und man ist im Autohimmel - Mille Grazie und weiter geht’s… 

 

Im Gedränge erweckt ein Franzose aus Molsheim das Interesse – ein unfassbarer Bugatti Typ 59 Sport von 1934 aus dem belgischen Königshaus zeigt stolz jeden Steinschlag, jeden Kratzer und wirkt dabei immer noch so elegant, dass selbst Ettore seine helle Freude an seinem gealterten Schützling hätte. Versunken in den Details dieses Wagens holt eine Preisinformation von nahezu 12 Millionen Euro wieder auf den Boden der Tatsachen und macht nach so viel Träumerei, Lust auf Greifbares.

 

Die Tatra Ausstellung kommt da gerade recht. Über 100 Jahre bauten die Tschechen Fahrzeuge, die heute noch für ihre teils skurrilen Formen bekannt sind und damit so herrlich anders waren als der Mainstream. Ob ein Tatra 87 von 1937 oder ein 603 aus Mitte der fünfziger Jahre - die luftgekühlten V8 Heckmotoren machten den Eindruck, als könne man mit ihnen bis zum Mond fliegen. Von Bodenhaftung also wieder keine Spur verspricht ein Schild mit der Aufschrift „Voitures moins de 25.000 EUR“ den Wiedereintritt in die Atmosphäre. In der neu eröffneten Halle 3 tummeln sich unzählige Schätze für weniger als 25.000 EUR und was sich hier findet ist alles andere als langweilig. Triumph GT6, Mini Clubman, Peugeot 205 GTI, diverse MGB oder ein Midget Ashley GT – die Qual der Wahl und kaum interessiert ein Angebot näher, winkt von weiter hinten ein scheinbar noch interessanterer Kandidat. Eine Auswahl von vier Fiat 500 ist farblich so treffend zusammengestellt, dass man am liebsten mindestens zwei mitnehmen würde, um das bunte Treiben auch noch in der heimischen Garage wirken zu lassen. 

 

Erfrischend herzlich geht es auch an den Clubständen zu. Fachsimpeln, ein Schluck Crémant neben altem Blech – das ist „Savoir-vivre“ in Reinkultur!

 

Bodenhaftung erreicht? Fast… wäre da nicht die Bertone-Prototypen Sonderausstellung des Automotoclub Storico Italiano – kurz ASI. Im September 2015 erwarb der ASI die historische, insgesamt 79 Objekte umfassende Sammlung von Carrozzeria Bertone bei einer Versteigerung und zeigte ausgewählte Exemplare wie den Volvo Tundra - der später als Citroën BX in Serie ging. Ein Chevrolet Ramaro oder ein Ferrari Rainbow lassen ganz nebenbei manches Design, welches heut als futuristisch gilt aussehen wie einen alten Hut aus den 70ern. Bravissimo!

 

Die Grenze der Aufnahmefähigkeit ist längst erreicht und wenn man sich überhaupt noch was wünschen wollte, erinnert eine zum niederknien schöne Brough Superior, die einst Lawrence von Arabien durch die Wüste schob, daran das wenig Einspuriges zu sehen war, abgesehen davon das man es hätte eh nicht mehr verarbeiten können. 

 

Unser Rendez-vouz in Paris, eine Hetzjagd über die Messe wie im Film von 1976 mit allem was man braucht – Adrenalin, Geschwindigkeit, Synapsen-Kollaps und am Ziel Schmetterlinge im Bauch. Merci mon chérie, au revoir!     

  

Text – Ulf Schulz / Fotos – Ulf Schulz


Bremen, Beck´s und Buddelschiff

Läuft man über die Messe der Bremen Classic Motorshow, man könnte meinen, es gab ein Jahr lang keine Oldtimer zu sehen. Die Gänge sind an diesem Freitag morgen bereits gut gefüllt, überall wird gekiekt und geschnackt wie man in Bremen sagt und dazu gibt es auch gute Gründe. Die Bremen Classic Motorshow lässt die Oldtimersaison als erste Messe im Jahr

bereits zum 18. Mal starten und irgendwie passt die norddeutsche Frische zum Beginn des noch jungen Jahres.

 

Kaum angekommen, zieht es auch schon wieder nach draußen, ins Parkhaus der Messe, denn der Privatverkäufermarkt offeriert nicht nur Bandbreite vom Käfer bis zum Maserati, sondern überrascht auch mal mit dem ein oder anderen besonderen Gefährt abseits des Mainstreams. Neugierde zieht ein MGB GT im Sebring Look auf sich – unter seiner GFK Haube versteckt sich ein mächtiger 4,2l V8 dessen Potential man mit 980kg Körpergewicht des Sportlers, grinsend erahnen kann. Mehr Sportwagen geht nicht für 15.900, - EUR, allerdings auf 07er Kennzeichen.

Ein zweiter V8 zeigt sich am Ende des Parkhauses etwas zurückhaltender, dafür aber um Welten skurriler – ein Rover P6 3500S. Poppiges 70er Jahre Türkisblau, Chrom, Vinyldach - unter der Haube der berühmte 3,5l Alu V8, der sich in der „S“ Version mit einem Schaltgetriebe verheiratet hat. Ein Auto wie es eigentlich nur im Traum entstehen kann, denn sein Charakter entspricht einem bunten Potpourri der Gene, von Jaguar bis Citroën.

 

Mit einem breiten Grinsen geht es zurück in die Hallen, getrieben von der Lust zu erkunden, welche Sonderausstellungen sich die Bremer Messemacher dieses Jahr haben einfallen lassen. Die Schau „Rivalen der Automobilgeschichte“ lässt sieben Paare im Boxring aufeinandertreffen, bei deren Betrachtung man direkt in den Autoquartett Modus einsteigt – Opel Manta oder Ford Capri, Lamborghini Miura oder Ferrari Daytona, F40 oder Porsche 959. Ein anderes Match wird auf der lebensgroßen Spurplatte einer Carrera Bahn ausgetragen – ein BMW M3 E30 schiebt seine Nase vor einen Mercedes-Benz 190E, die Konkurrenten der DTM schlechthin zu ihrer Zeit. Am Ende aber gewinnen alle - die Herzen der Besucher.

 

In der Sonderschau „70 Jahre Motorrollerkult in Deutschland“ reihen sich quirlige Vespas im Erdumrunder-Outfit neben ein Maicomobil-Bender Gespann oder nimmt es ein braver Heinkel Tourist mit der gigantischen Sissybar einer Metalflake Vespa auf – bunt, informativ und mit Liebe zusammengetragen zeigt Bremen sein Herz für Einspuriges.

 

Und sonst so? Auf dem Stand von VW Classic Parts herrscht reges Treiben während vor den Augen der Besucher einem Karmann Ghia das 34 PS starke Boxerherz gezogen wird, die V8 Surfcars Ausstellung, organisiert von Helge Thomsen, dem Motor-Mann von Grip, bringt hawaiiane Träume an die Weser, die Clubs zeigen von der Isetta bis zur Wüstenente ihre Liebe zur automobilen Kultur und der PS Speicher verwöhnt die Augen mit einem unfassbar schönen Opel Admiral Reisekabriolett von 1939. Apropos Admiral – wir werden nach einem aufregenden Tag erinnert, langsam an Bord unseres Nachtquartiers zu gehen. Stilecht übernachten in einem echten Oldtimer. An der alten Schlachte hat es sich die erste „Alexander von Humboldt“, der grüne Segler aus der Beck´s Werbung eingerichtet und bietet Kojen mitsamt den Träumen vom weiten Meer. „Sail away, dream your dream“ - bevor es am nächsten Morgen wieder auf die Bremen Classic Motorshow geht, denn es gibt noch viel zu entdecken.   

 

Text – Ulf Schulz / Fotos – Ulf Schulz


Der Duft der neuen 20er 
2020 prangte morgens in bedeutenden Zahlen 
auf dem Bildschirm des Handys. Ein neues Jahrzehnt und in den Tagen vor Silvester vernahm man den Ruf der goldenen 1920er Jahre in
Erwartung auf das, was das Erbe der Dekade
vor 100 Jahren vielleicht versprechen mag.
Die 1920er standen ab ihrer Mitte für den wirtschaftlichen Aufschwung und die Blütezeit
der deutschen Kunst, Kultur,Wissenschaft und Mobilität. Ein Zeitalter ungeheurer Innovationen und es scheint, als ob Leben und Mobilität untrennbar miteinander verbunden wären. Fahrzeuge wurden erschwinglich, kostete ein
Opel „Laubfrosch“ anfangs noch 4.500 Rentenmark, drückte das Fließband den Preis auf mittelständische 1.930 Reichsmark.
Mit diesen Gedanken und einer fixen Idee also raus in den klaren und kalten Neujahrsmorgen.
Scheune auf und da wartet sie schon – eine FN 350 Sahara von 1928 – das wird ihre Dekade – in 8 Jahren 100! Ihr gebührt die erste Ausfahrt der neuen 20er. Also Spritkanister her,
Vergaserdeckel auf und angießen, Choke öffnen und mit einem beherzten Tritt auf den Kicker knattert die „Moulin Rouge“, deren Beinamen sie der freiliegenden Schwungscheibe noch vor der Durchquerung der Sahara verdankte, los.
Sahara? Die französischen Offiziere Bruneteau und Gimie planten 1927 auf Motorrädern die 
Tanezrouff Wüste (ein Teilstück der Sahara) zu durchqueren und bis nach Dakar zu fahren. Was
heut klingt wie zwei hippe Werber, die ihren Job an den Nagel hängen um das große Abenteuer
zu suchen, war damals ein noch verrückteres Unterfangen als es das selbst heut noch mit
modernster Technik bei der Paris – Dakar ist.
Die M 70 war ein wirtschaftliches, technisch einfaches Modell, das später großen Absatz 
fand und eben zur Massenmotorsierung beitrug. Der seitengesteuerte 350er Blockmotor
mit 9 PS und integriertem 3 Gang Getriebe saß in einem Zentralrohrrahmen. Das Kraftstoffgemisch bestellte ein französischer Gurtner Vergaser, den Zündfunken
ein Magnetzünder von Bosch. Die Druid-Gabel führte das Vorderrad und verzögert wurde
die Fuhre von Klotzbremsen, welche, wie auch der Satteltank nebst aufgesetztem
Werkzeugkasten, bereits Mitte der 20er Jahre als antiquiert galten. Über eine Trommelbremse
durfte sich der
M70 Fahrer erst ab 1928 freuen.

Mit größeren Tanks, Tornistern und ihrem einzigen Begleiter, dem belgischen Mechaniker Joseph Weerens, der ebenfalls auf
einer M70 fuhr, starteten die drei Anfang April und bereits
nur zwei Monate später konnten sie die glückliche Ankunft in Dakar nach Hause melden! Wer nun denkt, die Monsieurs bestiegen zur Rücktour die Eisenbahn, liegt kräftig daneben. Von Dakar
ging es per Schiff nach Casablanca, von dort wieder auf Achse nach Oran, von wo per Schiff
nach Marseille übergesetzt wurde. Die Heimfahrt durch Frankreich endete nach 8.000 KM
wovon allein 6.300 KM durch die Wüste verliefen, im belgischen Herstal, einem heutigen
Vorort von Lüttich – dem Geburtsort der Fabrique Nationale (FN).
Der Stolz dieser Leistung fand von nun an im Beinamen der M 70 als „Sahara“ seine Würdigung
und ein wenig Pioniergeist liegt auch an diesem Neujahrsmorgen des neuen Jahrzehnts der Luft.
Mit beherzten Gangwechseln der Handschaltung und feinfühliger Zündverstellung geht es über
die brach liegenden Felder im Brandenburgischen. Die Knatterbüchse, ein Endschalldämpfer
der direkt vorn am Motorblock angesetzt ist, knattert seinem Namen zu Ehren durch die
jungfräuliche Stille des erwachenden Jahrzehnts, welches so frisch daherkommt, wie der
kalte Fahrtwind im Gesicht. Eine Frische die gern ein Jahrzehnt lang anhalten darf.

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Eines der letzten echten 
Winterabenteuer - Planai Classic!

Bevor sich das alte Jahr bei den meisten wohlwärmend am Kamin in heimeliger Atmosphäre
verabschiedet, schrauben Alexander
Haller (29) und sein Co-Pilot Lukas Lechler
in ihrer Berliner Werkstatt die Nächte
hindurch. Denn kaum hat das neue Jahr angefangen, gehen am 3. Jänner 52 Autos an

den Start einer Rallye, bei der eben diese bis spätestens 1972 das Licht der Welt erblickt haben dürfen.
Jänner, weil sie die beiden dort, wo sie sich mit ihrem Riley 12/4 Special von 1936 an 
den Start stellen werden, die österreichische Planai mit ihrem Gipfel, 1.906 m über dem Meeresspiegel herausfordern wird. Zum wohl letzten echten Winterabenteuer.
Gerade für Flachlandtiroler wie Alex und Lukas sollte man meinen, wurden geschlossene
Bürgerkäfige mit ABS, elektronischer Schlupfreglung und beheizten Lederlenkrädern erfunden – die beiden Berliner allerdings, sind aus einem anderen Holz geschnitzt. Im letzten Jahr fuhren sie die Histo-Monte – mit ihrem offenen Riley. Und weil diese den Pneus schlicht
zu wenig Schnee bot, lechzten sie nach mehr der weißen Kristalle. Der Prospekt der
Planai-Classic versprach in schneereichen Bildern genau das, was die Jungs suchten.
Gedacht – getan! Winterausrüstung muss also her. Schneeketten für einen Riley von 1936? 
Der Teilelieferant verdreht die Augen und Alex baut kurzerhand aus Lederriemen und Kettengliedern 6 kleine Ketten je Antriebsrad, die er bei Bedarf einfach durch die Felgen
ziehen kann. Ein Satz Spikereifen ergänzt die Fuhre und schon geht’s auf die Autobahn in
die 850km entfernte Planai.
Als sie ankommen erwartet sie ein Tross aus Volvos, Käfern und Mercedes, ein einziger Wagen
unter Baujahr 1960 – ein formidabler Jaguar XK 140 SE aus 1954 – die Jungs grinsen – den Klassensieg in der Vorkriegsklasse wird ihnen wohl kaum einer nehmen. Aber für die
beiden geht es um mehr als gewinnen – sie wollen sehen wie sich ihr englischer Patient
mit seinen 1,5 Litern Hubraum aus vier Zylindern im Schnee anstellt und ob Querfahren auch
mit einem Vorkrieger Spaß machen kann. Wie sich herausstellen wird – es kann – mächtig
gewaltig!
Am späten Nachmittag des Freitags gehen die 52 Teilnehmer an den Start zur ersten 
Bergprüfung an der Dachsteinstraße. Ein Amuse-Gueule des Veranstalters mit dem,
was die Kontrahenten die nächsten zwei Tage erwarten wird – Schnee satt.
Unbeeindruckt aber mit einem Grinsen im Gesicht absolvieren unsere zwei Preußen die erste
Prüfung und finden sich am nächsten Morgen auf dem Alpenflugplatz Niederöblarn zur Sonderprüfung wieder. Lichtschranken scheint es, sind ihre Welt und so erarbeitet sich
das Duo bis zum Samstagnachmittag stolz den ersten Platz. Allerdings warten nun die Schnittprüfungen und die Traktion der Hinterräder treibt ein aberwitziges Spiel und gaukelt
dem Tacho mehr Kilometer vor als sie tatsächlich gefahren sind. Das kostet wertvolle Punkte obgleich das Wetter mitspielt und es bei der diesjährigen Planai Classic weniger geschneit
hat als die Jahre zuvor.
Entschädigt werden die zwei Männer in ihrer tollkühnen Kiste, als sie bei der Sonderprüfung 
am Sonntag auf der Trabrennbahn Gröbming von niemandem geringeren überholt werden, als vom Sohn des Bergkönigs – Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck persönlich. Im VW Rallyegolf, der
außerhalb der Wertung fährt, schlittert „Strietzel“ in der Kurve der Trabrennbahn just in dem Moment am Vorkriegs-Riley vorbei, als dieser sich zum Drift anstellt. Striezel grinst,
winkt zum Gruß und weg ist er...
Und weil das Beste meist zum Schluss kommt, geht es nun an die zwei Läufe der 
Planai-Bergprüfung. Mensch und Maschine sind nochmals gefordert, der Riley schnurrt wie
geschmiert, die Fahrer dick eingepackt, einzig die Elektrik mag nicht mehr mitspielen und
versagt den Scheinwerfern den Dienst – typisch Engländer? Vielleicht, aber einer
Kontaktkorrosion, welche schnell behoben ist, hätte wohl auch ein deutscher Vorkrieger in der Eiswüste nicht widerstehen können und so kommt das Trio Infernale schlussendlich
als 25ster von 52 Teilnehmern breit grinsend ins Ziel. Den Klassensieg aber verdanken sie
ihrem Mut und dem wundervollen Gefährt welches sie die letzten drei Tage durch die Planai
befördert hat – die Welt braucht mehr Vorkrieger und echte Winterabenteuer!
Foto – Planai Classic / Text – Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com