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motorRedaktion und motorFoto bieten Texte und Bilder zu Mobilitätsthemen aus einer Hand. Hier finden Sie Beispiele aktueller Artikel und Fotoreportagen.


 

Tue Gutes und dir wird Gutes begegnen-die Oldtimerspendenaktion 2020

 

Wer uns folgt, hat sicherlich die Übergabe der Fahrzeuge an die Gewinner der Oldtimerspendenaktion im Februar in den heimeligen Hallen des PS-Speicher gesehen und schon bei diesen Fahrzeugen konnte man sich in den Allerwertesten beißen, hatte man es verpasst sich ein Los zu sichern. 

Nach der Oldtimerspendenaktion ist nun zum Glück aber irgendwie wieder vor der Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen und so stehen erneut zehn frisch polierte Oldies in den Startlöchern, die bis zum 20.01.2021 die Herzen der Menschen erobern und deren Portemonnaies öffnen sollen. 

Reinhard Schade und Tina Gorschlüter sind auch solche zwei Herzen – vom Kopf bis Fuß auf Lebenshilfe eingestellt, sind die Zwei aus der Oldtimerszene nicht mehr wegzudenken und so schaffen sie es nun bereits zum 26. Mal, Menschen zu überzeugen eben ihren Oldie für die gute Sache zu spenden und danach Lose unters Volk zu bringen. 

Nun aber seid ihr gefragt und könnt spenden was das Zeug hält – zuvor möchten wir euch jedoch den Mund wässrig machen und die zehn Fahrzeuge näher vorstellen. 

Fangen wir mit der kleinsten Anzahl der Räder an - die Zündapp Bella mit ihren 11PS beförderte ab Mitte der 50er Jahre nicht nur vortrefflich zur Arbeit, auch der Italienurlaub war drin, zuckelte sie doch zuverlässig mit Partnerin und Gepäck über den Brenner. Nur vor den Lüftungsschlitzen musste sich die Damenwelt vorsehen, denn kam man diesen mit dem Rock zu nah, liftete dieser prompt im Marylin Monroe Stil. Luftig geht es auch im frechen Panda zu, denn der ist schlichtweg oben ohne – das Schweibö-Cabrio ist eine echte Seltenheit und daneben noch quietschbunt. Der Chrysler Le Baron ist wohl der Hipster unter den Oldies – mit wenigen Kilometern auf dem Tacho, wurde dieser schneeweiße Cabriotraum aus der Alpenrepublik Österreich gespendet. Ein güldenes Wägelchen hat es direkt in Reinhard Schades Herz geschafft – der Golf I Automatik wurde von einer älteren Dame ganze 18.000km bewegt und ist irgendwie trotz des betagten Alters jungfräulich – solches Gold macht sogar in schweren Zeiten Spass. 

Formidabel präsentiert sich da der letzte handgemachte Mercedes. Ein 280 SE / W111 Coupe in vollrestauriertem Zustand ist ein echter Hauptgewinn. Very British geht es dagegen im Triumph Spitfire zu – mehr echtes Roadsterfeeling geht nicht und das auch noch in einem traumhaften Zustand. Der kleine Feuerspucker hat sogar ein nagelneues Verdeck. Aus Köln sind ein Ford Escort Cabrio sowie ein Taunus am Start und so gewöhnlich ersterer auch klingen mag – wann habt ihren zuletzt einen gesehen? Der Taunus 20MS V6 mit 90 PS ist da schon aus anderem Holz, denn er wurde von keinem geringeren gespendet, als vom Großmeister des Kabaretts persönlich, Urban Priol – Kult als Auto und Kult als Vorbesitz! Eher Frankophil unterwegs? Kein Problem - Simca ist mit seinem ersten eigenständigen Modell, der Simca 9 Aronde mit von der Partie und versprüht ordentlich Savoir-vivre das man auch bei der Mille Miglia spüren dürfte, denn sie wäre für die Rallye der Rallyes zugelassen. Und schließlich gehört in jede gute Stube ein Mercedes W123 240D – krisensicher fährt der zur Not auch mit Rapsöl und von Elektrik ist bis aufs Vorglühen und den Anlasser auch kaum eine Spur. Der Wagen zählt mit seinem Baujahr 1976 zur Serie 0,5 und erhielt ab Werk damals so ziemlich alles was das Herz begehrt – Schiebedach, Anhängekupplung – die perfekte Work Life Balance würde man heut sagen. 

Kann keiner sagen, da wäre nichts dabei – so bunt und fröhlich die Fahrzeugmischung, so herzlich werdet ihr auch in diesem Jahr auf Reinhard Schade, Tina Gorschlüter und das Team der Lebenshilfe Gießen stoßen, die unterwegs sind und Lose verkaufen. Das schönste dabei – es gibt keine Verlierer und nur Gewinner denn tue Gutes und dir wird Gutes begegnen…

 

Und das geht sogar direkt hier und jetzt – einfach mindestens 5,-€ oder mehr an nachfolgende Bankverbindung mit eurem Namen und der Anschrift als Verwendungszweck senden und schon seid ihr dabei:

 

Konto Sparkasse Gießen

Empfänger: Lebenshilfe Gießen e.V.

Bank: Sparkasse Gießen

IBAN: DE38 5135 0025 0200 6260 00

BIC: SKGIDE5FXXX

 

Ab einer Spendenhöhe von 50,- EURO erhaltet ihr automatisch eine Spendenbescheinigung. Wir drücken euch die Daumen und vielleicht sehen wir uns ja bei der Übergabe der nächsten Gewinnerfahrzeuge im Februar 2021!

 

Mehr Infos zur Arbeit der Lebenshilfe auf: www.oldtimerspendenaktion.de

 

 

Text - Ulf Schulz / Foto Lebenshilfe Gießen e.V. / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Buena Vista Moto Club

Selbst entspannte Gedankenreisen sind außerhalb des im Minuten Takt aktualisierten Nachrichtenstroms dieser Tage manchmal begrenzt – grenzenlos scheint dafür aber der Oldtimerhimmel über Kuba. Nehmen wir also Platz auf der Rückbank eines Chevy Bel Air und lassen uns durch ein Land treiben, welches für den Inbegriff karibischer Lebensfreude steht. Heiße Rumba-Rhythmen, paradiesische Sandstrände, Städte wie Havanna, Trinidad oder Cienfuegos, in denen man spürbar die Luft der Kolonialzeit atmet sowie unglaubliche Landschaften und die Herzlichkeit der Einwohner machen die Insel zur wahren Königin der Antillen. 

In dieser Mischung scheinen die wundervollen Oldtimer ob Buick, Cadillac, Chevrolet, Chrysler, Ford, Oldsmobile, Plymouth oder Studebaker wie eine perfekt arrangierte Filmkulisse eines Hollywood Streifen aus den 1950er Jahren, doch der wahre Grund für die ca. 60.000 Fahrzeuge die wie Zeitzeugen noch heut durch Kuba streifen, ist viel simpler.

Vor Fidel Castros sozialistischem Wirtschaftsstaat, während des Batista Regimes, blühte der Kapitalismus und der importierte eben auch die chromblitzenden Kunstwerke amerikanischer Autohersteller für wohlhabende, auf der Insel lebende Amerikaner. Ende der 1950er Jahre war damit Schluss – Fidel kam an die Macht und es folgte ein Handelsembargo, welches nicht nur den Weg für neue Autos versperrte, sondern auch keine Ersatzteile mehr ins Land ließ. Um die alten Kisten am Leben zu halten, ersetzten kurzerhand Teile und Motoren aus dem Ostblock das, was in den alten Amerikanern kaputt ging und so ist es heut kaum mehr möglich, ein vollständig originales Auto aus dieser Zeit auf Cuba zu entdecken. Die Chance, der wirren Kombination eines Lada Motors in einem Studebaker zu begegnen, ist dafür ungleich größer. Dem Charme möchte man meinen, war dieser Frevel fast zuträglich. Die hohen Benzinpreise aber machen es den Kubanern auch dieser Tage schwer, die Dinosaurier am Leben zu halten. Bis vor kurzem war es nur Einheimischen vorbehalten Oldtimer zu fahren – mittlerweile können Ausländer zwar Fahrzeuge kaufen, der Export ist aber weiterhin untersagt. Vielleicht auch gut so, denn so bleibt das kulturelle Erbe in all seiner speziellen Farbenpracht erhalten, denn was wäre Kuba ohne Oldtimer?!

 

 

Text - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Eine Schwalbe fährt in den Sommer

Zwischen all den tagtäglichen Schwierigkeiten die uns die aktuelle Situation schafft, erhielt ich vor ein paar Tagen eine WhatsApp Nachricht eines Freundes. Es war keine dieser weitergeleiteten Belustigungen über die Hamsterlaune einiger Landsleute in Sachen Toilettenhygiene, sondern ein Bild einer gerupften Schwalbe, abgestellt in einem Schuppen mit der Unterschrift – „Schau mal was ich gefunden habe.“. Sofort hatte ich ein Lächeln im Gesicht. Zwar ist der Scheunenfund einer Schwalbe, gerade östlich der Elbe bei weitem kein seltener Sensationsfund, dennoch freut es einen aber wie ein kleines Kind, wenn man hinter ein paar alten Brettern plötzlich Vaters 50 Jahre alten Roller wiederentdeckt. Ein kleiner Archäologe steckt wohl in einem Jeden von uns. Die tundragraue KR 51/1 aus 1969 hatte in jedem Fall schon bessere Tage gesehen. Ihr Urahn, die Simson Schwalbe KR50, erblickte 1958 das Licht der Welt im Thüringischen Suhl. Dabei stand das KR für Kleinroller und die 5 für den Nennhubraum. Während auf westlicher Seite Goggomobil und Isetta antraten, das Volk zu mobilisieren, experimentierte man in Leipzig, Suhl und anderswo an wirtschaftlich zuverlässigen Kleinrollern um den und die Arbeiter/in günstig und individuell an den Platz der sozialistischen Produktion zu befördern. Kurzum - der Simson KR50 wurde der erste Kleinroller der DDR und war eine Mischung aus Mokick und Roller. Erst satte 28 Jahre später wurde das Grundprinzip mit dem Simson SR50 abgelöst, der dann selbst im wiedervereinigten Deutschland bis 2002 gebaut wurde.

Die Schwalbe war eine Erfolgsstory - ihr irgendwie zeitloses Design, ihre Zuverlässigkeit und die unkomplizierte Technik waren jedenfalls der Stoff, der die Schwalbe bis heut zum Kultobjekt gemacht hat. Über eine Million Mal produziert, düsen heut noch über 150.000 Stück auf den Straßen umher und das ist nicht nur pure Ostalgie. Wer sie einmal gefahren ist, ist ihr erlegen – egal aus welcher Himmelsrichtung der Wind weht… 

So weit, so Kult – die zumindest optische Erfolgsgeschichte flackerte Mitte 2017 plötzlich wieder auf als knallorange E- Roller im Schwalbenkleid das Straßenbild Berlins zierten. Im polnischen Breslau produziert die Firma Covecs seither die Elektroschwalbe die nach den aktuellen Gesetzen bis 45km/h flott ist und je nach Akku bis 125km Reichweite hat.

Das interessiert unseren Archäologen Marcel, der vor einer Woche seine ganz persönliche Schwalbenentdeckung gemacht hat, wenig. Marcels Herz lassen gewöhnlich blubbernde amerikanische V8 Motoren aus Chevelles oder El Caminos höherschlagen. Der gebürtige Marwitzer machte seine Liebe zu altem Blech zum Beruf, strahlte mit Trockeneis zuerst Bauwerke und irgendwann jeden Unterboden ob Ami, Young- oder Oldtimer bis er schließlich eine eigene Werkstatt für eben diese eröffnete.  

Und da Glück mehr wird, wenn man es teilt, organisiert er seit 2014 immer im September einen herzlich echten Saisonabschluss für Classic Cars in Marwitz, vor den Toren Berlins. Zu diesem hofft Marcel, werden auch in diesem Jahr viele schöne Schwalben einen wundervollen Sommer gemacht haben und sich bei ihm vom 26.-27. September 2020 treffen.

 

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Mit dem Schlitten zur Retro Classics

Dicke weiße Flocken wehen über den Vorplatz der Stuttgarter Messe – endlich Winter! Aber das hält im Ländle niemanden ab, seinen schmucken Oldie wie in jedem Jahr genau vor dem Eingang parken zu dürfen. Es ist Retro Classics Zeit und damit öffnete gestern die größte Messe für Fahrkultur ihre Pforten und verwöhnt den geneigten Automobilisten mit tausenden von Träumen bis einschließlich Sonntag. 

 

Wir waren zur Eröffnung vor Ort und konnten uns einen Überblick verschaffen. Bereits für die Ausstellung im Foyer lohnte der Trip nach Stuttgart – die „ROFGO Heritage Collection“ wird man so kein zweites Mal zu Gesicht bekommen denn was der Unternehmer Roald Goethe hier zusammengetragen hat, ist mindestens so spannend wie die italienische Reise seines literarischen Namensvetters. Vor 10 Jahren fing er an die Sammlung der Rennwagen aufzubauen, deren auffällige Lackierung die Marke des Erdölkonzerns wiedergibt und heut über 40 Exemplare zählt. 27 davon sind auf der Retro Classics ausgestellt – Verweildauer verkehrsministerial garantiert, denn Abends schaute sich Verkehrsminister und Parlamentskreis Automobilies Kulturgut Gründungsmitglied Andreas Scheuer höchstpersönlich die Ausstellung an und sah begeistert aus.

 

Nicht weniger prominent ging es in Halle 1 zu – Legende Walter Röhrl, der bei dem Schneetreiben vor der Haustüre wohl nur die Rallye Monte Carlo im Kopf hatte, enthüllte im Blitzlichtgewitter Recaros neue Sitzlinie – feinstes Gestühl im Retro Look vom Rallyegott höchstpersönlich geadelt mit anschließender Signierstunde. Mehr ging eigentlich nicht, dabei war das erst der Anfang.

 

Die Hersteller Porsche und Mercedes zeigten sich elektrisiert und stellten ihre Elektropioniere in die erste Reihe – der Lohner-Porsche von 1900 mit Radnabenmotor und Hybridantrieb und Mercedes-Benz den EQA von 2017 – mehr als 100 Jahre dazwischen – die technische Idee im Prinzip gleich. 

 

An mobilen Zuffenhausener und Untertürkheimer Zeitzeugen mangelte es aber keineswegs – auch in diesem Jahr stellen sie die breite Front der Exponate. Für Abwechslung sorgen in den restlichen Hallen aber die vielen Clubs und Sonderausstellungen. Ein 911er fiel allerdings auf – der älteste seiner Art – die Nummer 57 erblickte 5 Wochen nach Produktionsstart das Licht der Welt und kann noch von den Namensstreitigkeiten zwischen Peugeot und Porsche ein Liedchen singen – umso schöner seine schnörkellose Grundlinie und die Chromradkappen.

 

Von Kunst bis Goggo Transporter, von Ghia bis vermeintlich unrettbarer Pagode – es gibt viel zu entdecken in den großen Hallen der Retro Classics und dafür bleibt glücklicher Weise noch bis Sonntag Zeit. Die Anreise mit dem Schlitten wird empfohlen.

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

And the winner is...

Was im Titel anklingt, als möchten wir live vom roten Teppich aus Los Angeles die Preisträger des Oscars bekannt geben, ist in Wahrheit etwas noch viel Größeres. Denn das, was die Lebenshilfe Gießen mit ihrer Oldtimerspendenaktion seit 25 Jahren an Arbeit leistet, ist mit den begehrten goldenen Trophäen der Filmwelt nicht aufzuwiegen. Zur Preisübergabe der Oldtimerspendenaktion 2019 traf sich die Oldtimerfamilie vergangene Woche Dienstag, den 18.02.2020 im herzlichen Ambiente des PS-Speichers in Einbeck. Wer es verpasst hatte, sich im letzten Jahr eines der Lose zu sichern die Reinhard Schade, Tina Gorschlüter und Team liebe- und mühevoll unters Volk gebracht hatten, konnte sich beim Anblick der neun hochpolierten Fahrzeuge in jedem Fall ordentlich in den Allerwertesten beißen. 

Fing der Reigen noch recht bescheiden mit einem Viktoria Moped an, forderte der vom PS-Speicher gespendete BMW 525 mit seinem eta Motor schon erhebliche Aufmerksamkeit und als sich diesem zur Seite stehend ein Jaguar MKII sowie ein Bentley T1 im Spotlicht rekelten, kam man unweigerlich auf die Idee, einen Monatslohn in Lose investieren zu wollen. 

Wie bei einer richtigen Filmverleihung, durften auch die Stars nicht fehlen und so war der Hauptpreis ein Mercedes-Benz 180 C, der in seiner Vita in Form des Fahrzeugbriefes als letzten Eintrag keinen geringeren als Günther Jauch zitieren durfte. 

Fernab von Prominenz und Adel eroberte aber ein kleiner roter Kerl mit griechischen Wurzeln die Herzen des Publikums. Der tip-top restaurierte Innocenti Mini aus 1975 war wohl der heimliche Favorit bei allen Loskäufern. Daneben fanden ein knochiger Escort, ein Golf I Erdbeerkörbchen und ein spritziger Peugeot 205 GTI zu ihren glücklichen Gewinnern.

 

Die Oldtimerspendenaktion 2019 hat mehr als 1,3 Millionen Euro erbracht, die in die Arbeit der Lebenshilfe Gießen fließen. Wir sind stolz auf die Leistung, die das Team seit nunmehr 25 Jahren mit Herz und Leidenschaft zeigt sowie auf die Partnerschaft die uns verbindet und wünschen allen Gewinnern immer eine Handbreit Sprit im Tank!

 

Sie wollen auch solch einen tollen Oldie gewinnen oder einfach nur Gutes tun – die Oldtimerspendenaktion 2020 ist Ihre Chance! Schon ab 5 EUR sind Sie dabei – mehr unter www.oldtimerspendenaktion.de

 

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Rendez-vous in Paris

2., 3., 4., Gang… Drehzahl kurz vor dem Begrenzer, Kurve, runterschalten… der Sound eines Ferrari 275 GTB. Wer die ersten Sekunden in Claude Lelouch´s Kurzfilm sieht, reibt sich die Augen – denn der Zuschauer befindet sich nicht etwa auf der Rennstrecke in Le Mans sondern mitten in Paris an einem Sonntagmorgen im August 1976. Was cineastisch unter „C'était un rendez-vous“ (dt: Es war eine Verabredung) weltruhm unter Benzinjüngern erreichte, war eine Höllenfahrt durch Paris, die selbst Steve McQueen in Bullit aussehen lässt, wie einen Fahranfänger. In 7 Minuten und 52 Sekunden fliegt der Pilot mit 110 km/h über den Champs Elysee und wird von einer, die letzten Stufen aufsteigenden jungen Frau, vor der Kirche Sacré Coeur freudestrahlend empfangen. Allein beim Zuschauen sucht man den Anschnallgurt…

 

Auf der 45. Ausgabe der Retro Mobile Paris sollten sich die Synapsen des Besuchers mindestens ebenso gut anschnallen. Denn was diese Oldtimermesse bietet lässt den Pulsschlag in die Höhe schnellen. Ist man erst mittendrin, fällt es einem schwer sich zu konzentrieren – Aston Martin DB4 GT Zagato hier, Ferrari 275 GTB dort, Lancia Stratos, Facel Vega, Delahaye, Bizzarini, McLaren, Shelby, Bugatti EB 110, Williams und Ferrari Formel I und über zehn Lamborghini Miura, scheinbar in jeder jemals produzierten Farbe. Das Gehirn meldet Reizüberflutung und der Blick geht auf den Kalender, suchend nach einer Möglichkeit den Besuch in Paris von einem auf drei Tage auszudehnen.

 

Ein Tag allein ginge für die unfassbare Alfa Sammlung des Schweizer Händlers Lukas Hüni drauf. Zu 110 Jahre Alfa Romeo, hatte dieser sich etwas besonderes einfallen lassen und 20 Fahrzeuge der Mailänder Marke ausgestellt. Vom Alfa P3 von 1932 über diverse 8C ob Monza oder 2300 über den Alfa Romeo SF48 Bimotore von 1935 der, wie der Name sagt einen Motor vorn und einen hinten besitzt, bis hin zu Nachkriegspräziosen wie dem Alfa Romeo 2000 Sportiva Prototipo von 1954 oder einem stürmischen Rennwagen wie dem Alfa Romeo 33 T3 von 1974. Ein Espresso dazu und man ist im Autohimmel - Mille Grazie und weiter geht’s… 

 

Im Gedränge erweckt ein Franzose aus Molsheim das Interesse – ein unfassbarer Bugatti Typ 59 Sport von 1934 aus dem belgischen Königshaus zeigt stolz jeden Steinschlag, jeden Kratzer und wirkt dabei immer noch so elegant, dass selbst Ettore seine helle Freude an seinem gealterten Schützling hätte. Versunken in den Details dieses Wagens holt eine Preisinformation von nahezu 12 Millionen Euro wieder auf den Boden der Tatsachen und macht nach so viel Träumerei, Lust auf Greifbares.

 

Die Tatra Ausstellung kommt da gerade recht. Über 100 Jahre bauten die Tschechen Fahrzeuge, die heute noch für ihre teils skurrilen Formen bekannt sind und damit so herrlich anders waren als der Mainstream. Ob ein Tatra 87 von 1937 oder ein 603 aus Mitte der fünfziger Jahre - die luftgekühlten V8 Heckmotoren machten den Eindruck, als könne man mit ihnen bis zum Mond fliegen. Von Bodenhaftung also wieder keine Spur verspricht ein Schild mit der Aufschrift „Voitures moins de 25.000 EUR“ den Wiedereintritt in die Atmosphäre. In der neu eröffneten Halle 3 tummeln sich unzählige Schätze für weniger als 25.000 EUR und was sich hier findet ist alles andere als langweilig. Triumph GT6, Mini Clubman, Peugeot 205 GTI, diverse MGB oder ein Midget Ashley GT – die Qual der Wahl und kaum interessiert ein Angebot näher, winkt von weiter hinten ein scheinbar noch interessanterer Kandidat. Eine Auswahl von vier Fiat 500 ist farblich so treffend zusammengestellt, dass man am liebsten mindestens zwei mitnehmen würde, um das bunte Treiben auch noch in der heimischen Garage wirken zu lassen. 

 

Erfrischend herzlich geht es auch an den Clubständen zu. Fachsimpeln, ein Schluck Crémant neben altem Blech – das ist „Savoir-vivre“ in Reinkultur!

 

Bodenhaftung erreicht? Fast… wäre da nicht die Bertone-Prototypen Sonderausstellung des Automotoclub Storico Italiano – kurz ASI. Im September 2015 erwarb der ASI die historische, insgesamt 79 Objekte umfassende Sammlung von Carrozzeria Bertone bei einer Versteigerung und zeigte ausgewählte Exemplare wie den Volvo Tundra - der später als Citroën BX in Serie ging. Ein Chevrolet Ramaro oder ein Ferrari Rainbow lassen ganz nebenbei manches Design, welches heut als futuristisch gilt aussehen wie einen alten Hut aus den 70ern. Bravissimo!

 

Die Grenze der Aufnahmefähigkeit ist längst erreicht und wenn man sich überhaupt noch was wünschen wollte, erinnert eine zum niederknien schöne Brough Superior, die einst Lawrence von Arabien durch die Wüste schob, daran das wenig Einspuriges zu sehen war, abgesehen davon das man es hätte eh nicht mehr verarbeiten können. 

 

Unser Rendez-vouz in Paris, eine Hetzjagd über die Messe wie im Film von 1976 mit allem was man braucht – Adrenalin, Geschwindigkeit, Synapsen-Kollaps und am Ziel Schmetterlinge im Bauch. Merci mon chérie, au revoir!     

 

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com


Bremen, Beck´s und Buddelschiff

Läuft man über die Messe der Bremen Classic Motorshow, man könnte meinen, es gab ein Jahr lang keine Oldtimer zu sehen. Die Gänge sind an diesem Freitag morgen bereits gut gefüllt, überall wird gekiekt und geschnackt wie man in Bremen sagt und dazu gibt es auch gute Gründe. Die Bremen Classic Motorshow lässt die Oldtimersaison als erste Messe im Jahr

bereits zum 18. Mal starten und irgendwie passt die norddeutsche Frische zum Beginn des noch jungen Jahres.

 

Kaum angekommen, zieht es auch schon wieder nach draußen, ins Parkhaus der Messe, denn der Privatverkäufermarkt offeriert nicht nur Bandbreite vom Käfer bis zum Maserati, sondern überrascht auch mal mit dem ein oder anderen besonderen Gefährt abseits des Mainstreams. Neugierde zieht ein MGB GT im Sebring Look auf sich – unter seiner GFK Haube versteckt sich ein mächtiger 4,2l V8 dessen Potential man mit 980kg Körpergewicht des Sportlers, grinsend erahnen kann. Mehr Sportwagen geht nicht für 15.900, - EUR, allerdings auf 07er Kennzeichen.

Ein zweiter V8 zeigt sich am Ende des Parkhauses etwas zurückhaltender, dafür aber um Welten skurriler – ein Rover P6 3500S. Poppiges 70er Jahre Türkisblau, Chrom, Vinyldach - unter der Haube der berühmte 3,5l Alu V8, der sich in der „S“ Version mit einem Schaltgetriebe verheiratet hat. Ein Auto wie es eigentlich nur im Traum entstehen kann, denn sein Charakter entspricht einem bunten Potpourri der Gene, von Jaguar bis Citroën.

 

Mit einem breiten Grinsen geht es zurück in die Hallen, getrieben von der Lust zu erkunden, welche Sonderausstellungen sich die Bremer Messemacher dieses Jahr haben einfallen lassen. Die Schau „Rivalen der Automobilgeschichte“ lässt sieben Paare im Boxring aufeinandertreffen, bei deren Betrachtung man direkt in den Autoquartett Modus einsteigt – Opel Manta oder Ford Capri, Lamborghini Miura oder Ferrari Daytona, F40 oder Porsche 959. Ein anderes Match wird auf der lebensgroßen Spurplatte einer Carrera Bahn ausgetragen – ein BMW M3 E30 schiebt seine Nase vor einen Mercedes-Benz 190E, die Konkurrenten der DTM schlechthin zu ihrer Zeit. Am Ende aber gewinnen alle - die Herzen der Besucher.

 

In der Sonderschau „70 Jahre Motorrollerkult in Deutschland“ reihen sich quirlige Vespas im Erdumrunder-Outfit neben ein Maicomobil-Bender Gespann oder nimmt es ein braver Heinkel Tourist mit der gigantischen Sissybar einer Metalflake Vespa auf – bunt, informativ und mit Liebe zusammengetragen zeigt Bremen sein Herz für Einspuriges.

 

Und sonst so? Auf dem Stand von VW Classic Parts herrscht reges Treiben während vor den Augen der Besucher einem Karmann Ghia das 34 PS starke Boxerherz gezogen wird, die V8 Surfcars Ausstellung, organisiert von Helge Thomsen, dem Motor-Mann von Grip, bringt hawaiiane Träume an die Weser, die Clubs zeigen von der Isetta bis zur Wüstenente ihre Liebe zur automobilen Kultur und der PS Speicher verwöhnt die Augen mit einem unfassbar schönen Opel Admiral Reisekabriolett von 1939. Apropos Admiral – wir werden nach einem aufregenden Tag erinnert, langsam an Bord unseres Nachtquartiers zu gehen. Stilecht übernachten in einem echten Oldtimer. An der alten Schlachte hat es sich die erste „Alexander von Humboldt“, der grüne Segler aus der Beck´s Werbung eingerichtet und bietet Kojen mitsamt den Träumen vom weiten Meer. „Sail away, dream your dream“ - bevor es am nächsten Morgen wieder auf die Bremen Classic Motorshow geht, denn es gibt noch viel zu entdecken.   

 

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com


Der Duft der neuen 20er 
2020 prangte morgens in bedeutenden Zahlen 
auf dem Bildschirm des Handys. Ein neues Jahrzehnt und in den Tagen vor Silvester vernahm man den Ruf der goldenen 1920er Jahre in
Erwartung auf das, was das Erbe der Dekade
vor 100 Jahren vielleicht versprechen mag.
Die 1920er standen ab ihrer Mitte für den wirtschaftlichen Aufschwung und die Blütezeit
der deutschen Kunst, Kultur,Wissenschaft und Mobilität. Ein Zeitalter ungeheurer Innovationen und es scheint, als ob Leben und Mobilität untrennbar miteinander verbunden wären. Fahrzeuge wurden erschwinglich, kostete ein
Opel „Laubfrosch“ anfangs noch 4.500 Rentenmark, drückte das Fließband den Preis auf mittelständische 1.930 Reichsmark.
Mit diesen Gedanken und einer fixen Idee also raus in den klaren und kalten Neujahrsmorgen.
Scheune auf und da wartet sie schon – eine FN 350 Sahara von 1928 – das wird ihre Dekade – in 8 Jahren 100! Ihr gebührt die erste Ausfahrt der neuen 20er. Also Spritkanister her,
Vergaserdeckel auf und angießen, Choke öffnen und mit einem beherzten Tritt auf den Kicker knattert die „Moulin Rouge“, deren Beinamen sie der freiliegenden Schwungscheibe noch vor der Durchquerung der Sahara verdankte, los.
Sahara? Die französischen Offiziere Bruneteau und Gimie planten 1927 auf Motorrädern die 
Tanezrouff Wüste (ein Teilstück der Sahara) zu durchqueren und bis nach Dakar zu fahren. Was
heut klingt wie zwei hippe Werber, die ihren Job an den Nagel hängen um das große Abenteuer
zu suchen, war damals ein noch verrückteres Unterfangen als es das selbst heut noch mit
modernster Technik bei der Paris – Dakar ist.
Die M 70 war ein wirtschaftliches, technisch einfaches Modell, das später großen Absatz 
fand und eben zur Massenmotorsierung beitrug. Der seitengesteuerte 350er Blockmotor
mit 9 PS und integriertem 3 Gang Getriebe saß in einem Zentralrohrrahmen. Das Kraftstoffgemisch bestellte ein französischer Gurtner Vergaser, den Zündfunken
ein Magnetzünder von Bosch. Die Druid-Gabel führte das Vorderrad und verzögert wurde
die Fuhre von Klotzbremsen, welche, wie auch der Satteltank nebst aufgesetztem
Werkzeugkasten, bereits Mitte der 20er Jahre als antiquiert galten. Über eine Trommelbremse
durfte sich der
M70 Fahrer erst ab 1928 freuen.

Mit größeren Tanks, Tornistern und ihrem einzigen Begleiter, dem belgischen Mechaniker Joseph Weerens, der ebenfalls auf
einer M70 fuhr, starteten die drei Anfang April und bereits
nur zwei Monate später konnten sie die glückliche Ankunft in Dakar nach Hause melden! Wer nun denkt, die Monsieurs bestiegen zur Rücktour die Eisenbahn, liegt kräftig daneben. Von Dakar
ging es per Schiff nach Casablanca, von dort wieder auf Achse nach Oran, von wo per Schiff
nach Marseille übergesetzt wurde. Die Heimfahrt durch Frankreich endete nach 8.000 KM
wovon allein 6.300 KM durch die Wüste verliefen, im belgischen Herstal, einem heutigen
Vorort von Lüttich – dem Geburtsort der Fabrique Nationale (FN).
Der Stolz dieser Leistung fand von nun an im Beinamen der M 70 als „Sahara“ seine Würdigung
und ein wenig Pioniergeist liegt auch an diesem Neujahrsmorgen des neuen Jahrzehnts der Luft.
Mit beherzten Gangwechseln der Handschaltung und feinfühliger Zündverstellung geht es über
die brach liegenden Felder im Brandenburgischen. Die Knatterbüchse, ein Endschalldämpfer
der direkt vorn am Motorblock angesetzt ist, knattert seinem Namen zu Ehren durch die
jungfräuliche Stille des erwachenden Jahrzehnts, welches so frisch daherkommt, wie der
kalte Fahrtwind im Gesicht. Eine Frische die gern ein Jahrzehnt lang anhalten darf.

Text - Ulf Schulz / Foto - Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com

Eines der letzten echten 
Winterabenteuer - Planai Classic!

Bevor sich das alte Jahr bei den meisten wohlwärmend am Kamin in heimeliger Atmosphäre
verabschiedet, schrauben Alexander
Haller (29) und sein Co-Pilot Lukas Lechler
in ihrer Berliner Werkstatt die Nächte
hindurch. Denn kaum hat das neue Jahr angefangen, gehen am 3. Jänner 52 Autos an

den Start einer Rallye, bei der eben diese bis spätestens 1972 das Licht der Welt erblickt haben dürfen.
Jänner, weil sie die beiden dort, wo sie sich mit ihrem Riley 12/4 Special von 1936 an 
den Start stellen werden, die österreichische Planai mit ihrem Gipfel, 1.906 m über dem Meeresspiegel herausfordern wird. Zum wohl letzten echten Winterabenteuer.
Gerade für Flachlandtiroler wie Alex und Lukas sollte man meinen, wurden geschlossene
Bürgerkäfige mit ABS, elektronischer Schlupfreglung und beheizten Lederlenkrädern erfunden – die beiden Berliner allerdings, sind aus einem anderen Holz geschnitzt. Im letzten Jahr fuhren sie die Histo-Monte – mit ihrem offenen Riley. Und weil diese den Pneus schlicht
zu wenig Schnee bot, lechzten sie nach mehr der weißen Kristalle. Der Prospekt der
Planai-Classic versprach in schneereichen Bildern genau das, was die Jungs suchten.
Gedacht – getan! Winterausrüstung muss also her. Schneeketten für einen Riley von 1936? 
Der Teilelieferant verdreht die Augen und Alex baut kurzerhand aus Lederriemen und Kettengliedern 6 kleine Ketten je Antriebsrad, die er bei Bedarf einfach durch die Felgen
ziehen kann. Ein Satz Spikereifen ergänzt die Fuhre und schon geht’s auf die Autobahn in
die 850km entfernte Planai.
Als sie ankommen erwartet sie ein Tross aus Volvos, Käfern und Mercedes, ein einziger Wagen
unter Baujahr 1960 – ein formidabler Jaguar XK 140 SE aus 1954 – die Jungs grinsen – den Klassensieg in der Vorkriegsklasse wird ihnen wohl kaum einer nehmen. Aber für die
beiden geht es um mehr als gewinnen – sie wollen sehen wie sich ihr englischer Patient
mit seinen 1,5 Litern Hubraum aus vier Zylindern im Schnee anstellt und ob Querfahren auch
mit einem Vorkrieger Spaß machen kann. Wie sich herausstellen wird – es kann – mächtig
gewaltig!
Am späten Nachmittag des Freitags gehen die 52 Teilnehmer an den Start zur ersten 
Bergprüfung an der Dachsteinstraße. Ein Amuse-Gueule des Veranstalters mit dem,
was die Kontrahenten die nächsten zwei Tage erwarten wird – Schnee satt.
Unbeeindruckt aber mit einem Grinsen im Gesicht absolvieren unsere zwei Preußen die erste
Prüfung und finden sich am nächsten Morgen auf dem Alpenflugplatz Niederöblarn zur Sonderprüfung wieder. Lichtschranken scheint es, sind ihre Welt und so erarbeitet sich
das Duo bis zum Samstagnachmittag stolz den ersten Platz. Allerdings warten nun die Schnittprüfungen und die Traktion der Hinterräder treibt ein aberwitziges Spiel und gaukelt
dem Tacho mehr Kilometer vor als sie tatsächlich gefahren sind. Das kostet wertvolle Punkte obgleich das Wetter mitspielt und es bei der diesjährigen Planai Classic weniger geschneit
hat als die Jahre zuvor.
Entschädigt werden die zwei Männer in ihrer tollkühnen Kiste, als sie bei der Sonderprüfung 
am Sonntag auf der Trabrennbahn Gröbming von niemandem geringeren überholt werden, als vom Sohn des Bergkönigs – Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck persönlich. Im VW Rallyegolf, der
außerhalb der Wertung fährt, schlittert „Strietzel“ in der Kurve der Trabrennbahn just in dem Moment am Vorkriegs-Riley vorbei, als dieser sich zum Drift anstellt. Striezel grinst,
winkt zum Gruß und weg ist er...
Und weil das Beste meist zum Schluss kommt, geht es nun an die zwei Läufe der 
Planai-Bergprüfung. Mensch und Maschine sind nochmals gefordert, der Riley schnurrt wie
geschmiert, die Fahrer dick eingepackt, einzig die Elektrik mag nicht mehr mitspielen und
versagt den Scheinwerfern den Dienst – typisch Engländer? Vielleicht, aber einer
Kontaktkorrosion, welche schnell behoben ist, hätte wohl auch ein deutscher Vorkrieger in der Eiswüste nicht widerstehen können und so kommt das Trio Infernale schlussendlich
als 25ster von 52 Teilnehmern breit grinsend ins Ziel. Den Klassensieg aber verdanken sie
ihrem Mut und dem wundervollen Gefährt welches sie die letzten drei Tage durch die Planai
befördert hat – die Welt braucht mehr Vorkrieger und echte Winterabenteuer!
Foto – Planai Classic / Text – Ulf Schulz / veröffentlicht auf oldtimerapp.com